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Schichtmodelle erklärt: Wechselschicht, Vollkonti, DuPont, 2-2-3 und welche Rotation am meisten Schlaf kostet

Wechselschicht, Vollkonti, DuPont, 2-2-3 oder 2 Früh, 2 Spät, 2 Nacht: Die meisten Schichtpläne mit wechselnden Zeiten folgen einer Handvoll Grundmuster, und die Namen werden locker verwendet. Hier steht, was jedes Muster tatsächlich ist, wie es dich zwischen Tag und Nacht hin- und herschiebt und was die Forschung dazu sagt, welche Rotationen am meisten Schlaf kosten.

Ein rotierender Schichtplan, im Deutschen meist Wechselschicht genannt, ist ein Dienstplan, in dem sich deine Schichtzeiten in einem wiederkehrenden Zyklus ändern, meist damit eine feste Zahl von Schichtgruppen einen Arbeitsplatz rund um die Uhr besetzen kann. Läuft der Betrieb auch am Wochenende durch, heißt das in Deutschland vollkontinuierlich oder kurz Vollkonti. Eine Handvoll benannter Muster deckt die meisten Pläne ab. Die Namen werden locker verwendet, und zwei Arbeitgeber können mit demselben Wort verschiedene Pläne meinen. Die Abfolge sagt also mehr als das Etikett.

Welche Schichtmodelle mit Rotation sind verbreitet?

F steht für Frühschicht, S für Spätschicht, N für Nachtschicht. In 12-Stunden-Modellen gibt es nur T für Tagschicht und N. Die Durchschnittsstunden gelten ohne Überstunden.

Modell Schichtlänge Abfolge Zyklus Wochenstunden im Schnitt Wechsel zwischen Tag und Nacht
DuPont 12 h 4N, 3 frei, 3T, 1 frei, 3N, 3 frei, 4T, 7 frei 28 Tage 42 Vier Wechsel pro Zyklus
Pitman / Panama (2-2-3) 12 h 2 Dienst, 2 frei, 3 Dienst, 2 frei, 2 Dienst, 3 frei 14 Tage 42 Fest Tag oder Nacht, oder Wechsel alle 2 oder 4 Wochen
4 Dienst / 4 frei 12 h 4 Dienst, 4 frei; rotierende Variante 4T, 4 frei, 4N, 4 frei 8 oder 16 Tage 42 Vier freie Tage vor jedem Wechsel
Continental 8 h Blöcke von 2 oder 3 Früh-, Spät- und Nachtschichten, dann freie Tage 28 Tage 42 Vorwärts, alle 2 bis 3 Tage
Southern Swing 8 h 7F, 2 frei, 7S, 2 frei, 7N, 3 frei 28 Tage 42 Vorwärts, wöchentlich
2 Früh, 2 Spät, 2 Nacht 8 h 2F, 2S, 2N, 2 frei 8 Tage 42 Vorwärts, alle 2 Tage
Feste Fünf-Tage-Woche 8 h 5 Dienst, 2 frei, immer dieselbe Schicht 7 Tage 40 Keiner

Warum steht in fast jeder Zeile 42? Eine Woche hat 168 Stunden. Vier Schichtgruppen, die sie abwechselnd abdecken, arbeiten im Schnitt je 168 ÷ 4 = 42 Stunden, egal wie lang die Schicht ist. Der Unterschied liegt darin, wie sich die Stunden ballen. Beginnt DuPont an einem Montag, kommen die vier Wochen auf 48, 72, 48 und 0 Stunden. Beginnt Pitman an einem Montag, wechseln sich eine Woche mit fünf Schichten samt Wochenende und eine Woche mit zwei Schichten und freiem Freitag bis Sonntag ab. Daher kommt sein Ruf, jedes zweite Wochenende freizugeben.

Warum klingen Pitman, Panama und 2-2-3 nach demselben?

Weil sie meistens dasselbe sind. Ratgeber zur Schichtplanung verwenden alle drei Namen für denselben 12-Stunden-Rhythmus über 14 Tage, und manche reservieren Panama für die Variante, bei der die Gruppen auch zwischen Tag und Nacht wechseln. Continental ist noch unschärfer: In manchen Betrieben ist damit die vorwärts rotierende 8-Stunden-Rotation über 28 Tage aus der Tabelle gemeint, in anderen jeder 2-2-3-Plan. Wie auch immer dein Plan heißt: Schreib die nächsten 28 Tage als F, S, N und frei auf, denn auf diese Abfolge reagiert dein Schlaf.

Wie wechselt jedes Modell zwischen Tag und Nacht?

Wie schwer ein Wechsel fällt, hängt davon ab, in welche Richtung sich die Uhr bewegt und wie viele Stunden zwischen der letzten Schicht der einen Art und der ersten der nächsten liegen.

Der kostenlose Schulungskurs des NIOSH für Pflegekräfte benennt die Richtung (Modul 5, auf Englisch). Früh, Spät, Nacht ist eine Vorwärtsrotation; Nacht, Spät, Früh ist eine Rückwärtsrotation. Er benennt auch die Geschwindigkeit: Schnelle Rotation wechselt die Schicht innerhalb einer Woche, langsame Rotation behält jede Schicht zwei Wochen oder länger, und wöchentliche Rotation liegt dazwischen.

Im 8-Stunden-Dreischichtsystem werden die Pausen schnell knapp. Wechselst du vorwärts von einer Spätschicht von 14 bis 22 Uhr am nächsten Tag in eine Nachtschicht von 22 bis 6 Uhr, liegen 24 Stunden dazwischen. Wechselst du rückwärts von dieser Nacht noch am selben Tag in eine Spätschicht, sind es 8. Auch ein Schichtende um 22 Uhr und ein Beginn um 6 Uhr lassen nur 8 Stunden, und in diese 8 Stunden müssen Heimweg, Essen und Schlaf passen.

12-Stunden-Modelle kennen nur Tag und Nacht, deshalb zählt dort die Pause mehr als die Richtung. Auf die Tabelle angewendet:

  • Bei DuPont liegt die engste Stelle in der Mitte des Zyklus: drei Tagschichten, ein freier Tag, drei Nächte. Der andere Wechsel, von Nacht auf Tag, kommt nach drei freien Tagen.
  • Ein rotierendes 4 Dienst / 4 frei legt immer vier freie Tage zwischen einen Block Tagschichten und einen Block Nachtschichten.
  • Pitman-Gruppen mit fester Tag- oder fester Nachtschicht wechseln nie. Rotierende Pitman-Gruppen wechseln alle zwei oder vier Wochen, also langsam.
  • Continental und 2 Früh, 2 Spät, 2 Nacht wechseln alle zwei oder drei Tage, immer vorwärts.
  • Southern Swing rotiert vorwärts, aber wöchentlich, mit sieben Nächten am Stück.

Warum ist Rückwärtsrotation härter für den Schlaf?

Die übliche Erklärung: Die innere Uhr des Menschen läuft etwas länger als 24 Stunden. Deshalb lässt sie sich leichter nach hinten schieben, wie bei der Vorwärtsrotation, als nach vorn ziehen, wie bei der Rückwärtsrotation.

Die größte Studie zu Rotationsrichtung und Schlaf, die sich finden ließ, ist die Untersuchung von Shon und Kollegen aus dem Jahr 2016 mit 4750 koreanischen Beschäftigten der Elektronikindustrie (auf Englisch). Die Beschäftigten arbeiteten im Dreischichtsystem mit Schichtbeginn um 6, 14 und 22 Uhr. Etwa 38 % der rückwärts rotierenden Beschäftigten hatten nach dem Pittsburgh Sleep Quality Index eine schlechte Schlafqualität, gegenüber etwa 28 % der vorwärts rotierenden. Nach Bereinigung ging Rückwärtsrotation mit einer 1,95-fachen Chance für schlechten Schlaf einher, und bei Beschäftigten ab 30 Jahren war der Zusammenhang stärker. Es war eine Querschnittsstudie, die die Rotationsgeschwindigkeit nicht erfasste. Die Studie zeigt also einen Zusammenhang, keinen Beweis.

Studien, in denen Schichtpläne tatsächlich geändert wurden, weisen in dieselbe Richtung. Eine Übersicht über Feldstudien von Sallinen und Kecklund (2010) (auf Englisch) fand, dass der Umstieg von langsam rückwärts auf schnell vorwärts rotierende Schichten die Wachheit und zum Teil auch den Schlaf verbesserte. Das NIOSH schreibt, dass man sich an Vorwärtsrotation leichter gewöhnt und dass wöchentliche Rotation die schwierigste Geschwindigkeit ist, die man besser vermeidet (Modul 5, Fortsetzung, auf Englisch).

In Deutschland sagt die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) dasselbe. Zu ihren Handlungsempfehlungen zur Nacht- und Schichtarbeit gehören diese: immer vorwärts rotieren, Blöcke von Nachtschichten möglichst kurz halten und die Frühschicht nicht zu früh beginnen lassen. Als Beispiel für die verkürzte Erholung bei Rückwärtsrotation nennt die BAuA genau den Fall von oben: Spätschicht bis 22 Uhr, Frühschicht ab 6 Uhr, acht Stunden Ruhezeit, von denen noch der Arbeitsweg abgeht. Das Arbeitszeitgesetz verlangt in § 6, dass die Arbeitszeit von Nacht- und Schichtarbeitenden nach den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen festgelegt wird.

Offen lässt die Forschung die Frage schnell oder langsam. Das NIOSH merkt an, dass einige US-Forschende langsame Rotationen von zwei Wochen oder mehr bevorzugen, die der inneren Uhr Zeit zum Umstellen geben, während einige europäische Forschende schnelle Vorwärtsrotationen bevorzugen, die weniger Nächte am Stück bedeuten. Sein Fazit: Welche Variante für Beschäftigte im Gesundheitswesen besser ist, sei nicht klar.

Warum zählen kurze Wechsel so viel?

Ein kurzer Wechsel ist ein Schichtwechsel mit 11 Stunden oder weniger zwischen zwei Schichten. Die systematische Übersichtsarbeit von Vedaa und Kollegen aus dem Jahr 2016 (auf Englisch) über 22 Studien fand Hinweise, dass kurze Wechsel kurzfristig Schlaf, Schläfrigkeit und Erschöpfung verschlechtern; die Belege zu Gesundheit auf lange Sicht und zur Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben waren nicht eindeutig. Sallinen und Kecklund sahen dasselbe Muster über verschiedene Schichtsysteme hinweg: Nachtschichten, sehr frühe Schichten und kurze Wechsel gingen mit kürzerem Schlaf und mehr Schläfrigkeit einher.

Die Grenze von elf Stunden stammt aus Vorschriften und Leitlinien. Elf Stunden sind die tägliche Mindestruhezeit der EU-Arbeitszeitrichtlinie, die Ausnahmen beim Schichtwechsel zulässt, und die Mindestpause zwischen Schichten, die der NIOSH-Kurs nach Knauth und Hornberger zitiert. In Deutschland verlangt § 5 des Arbeitszeitgesetzes nach Ende der täglichen Arbeitszeit eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, in der Gastronomie, in Verkehrsbetrieben und einigen anderen Bereichen darf sie um bis zu eine Stunde kürzer sein, wenn das an anderer Stelle ausgeglichen wird. Das Beispiel aus dem NIOSH-Kurs ist eine Spätschicht bis 23:30 Uhr, gefolgt von einer Tagschicht ab 7 oder 8 Uhr. Zieh Hin- und Rückweg, eine Mahlzeit und die Zeit zum Einschlafen ab, und selbst volle 11 Stunden lassen weit weniger als eine ganze Nacht übrig.

Welche Schichtpläne belasten den Schlaf am meisten?

Kein Schichtplan ist für alle der beste. Laut NIOSH können Forschende kein einzelnes bestes Modell empfehlen (auf Englisch). Seine Leitlinien zur Schichtplanung (Teil 1, Teil 2, beide auf Englisch) und die Übersichtsarbeiten oben ergeben trotzdem eine brauchbare Checkliste, an der du einen Dienstplan messen kannst:

Merkmal Was die Leitlinien sagen Wo es vorkommt
Rückwärtssprünge An Vorwärtsrotation gewöhnt man sich leichter Jeder Plan mit spätem Schichtende und frühem Beginn danach
Kurze Wechsel Mindestens 11 Stunden zwischen zwei Schichten Rückwärtssprünge im 8-Stunden-System, Überstunden nach einer Spätschicht
Wöchentliche Rotation Die schwierigste Geschwindigkeit, besser vermeiden Southern Swing
Lange Reihen von Nachtschichten Aufeinanderfolgende Nächte in rotierenden Plänen so gering wie möglich halten Southern Swing (7), DuPont und rotierendes 4 Dienst / 4 frei (4)
Früher Schichtbeginn Beginn um 6 Uhr oder früher verkürzt meist den Schlaf Frühschichten ab 6 Uhr bei Continental und anderen 8-Stunden-Rotationen
Lange Nachtschichten 8 Stunden oder weniger werden in Spät- und Nachtschicht besser vertragen 12-Stunden-Nächte bei DuPont, Pitman und 4 Dienst / 4 frei
Ruhe nach einem Block Nach drei 12-Stunden-Schichten zwei Ruhetage erwägen Bei DuPont drei Tagschichten, ein freier Tag, drei Nächte

Zu 12-Stunden-Schichten fanden Sallinen und Kecklund, dass der Wechsel von 8- auf 12-Stunden-Schichten dem Schlaf nicht unbedingt schadete. Längere Schichten bedeuten weniger Schichtwechsel und damit weniger Gelegenheiten für einen kurzen Wechsel. Das ist ein Grund, warum sich 12-Stunden-Pläne trotz der langen Nächte verbreitet haben.

Was kannst du bei einem Dienstplan tun, den du nicht ausgesucht hast?

Die meisten können ihren Schichtplan nicht umbauen, aber sie können seine Schwachstellen finden. Schreib einen ganzen Zyklus auf und markier jede Pause unter 11 Stunden und jeden Wechsel in die Nachtschicht. Das sind die Tage, die du schützen solltest: ein Nickerchen vor der ersten Nacht (wie lang und wann, steht im Ratgeber Schlafen nach der Nachtschicht), nichts Zusätzliches am Tag des Wechsels und ein ehrlicher Blick darauf, ob du nach der letzten Nacht noch fahrtüchtig bist.

Das NIOSH schreibt außerdem, dass Pflegekräfte besser zurechtkommen, wenn sie ihre Dienstpläne ein Stück weit mitbestimmen können. Erlaubt dein Betrieb Diensttausch, sind Rückwärtssprünge und kurze Wechsel die Schichten, die du zuerst abgeben solltest. Wenn du nach mehreren Wochen in einer Rotation immer noch nicht schlafen kannst, beschreibt die Seite der American Academy of Sleep Medicine, der US-Fachgesellschaft für Schlafmedizin, zur Schichtarbeitsstörung (auf Englisch), wann daraus ein Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt wird. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Wo AfterShift dazu passt

AfterShift ist für Menschen mit solchen Dienstplänen gemacht, und die App muss nicht wissen, wie dein Modell heißt. Unter „Häufige Rhythmen“ gibt es Vorlagen für das Dreischichtsystem, 4 Dienst / 4 frei, 4 Dienst / 3 frei, 2 Tag / 2 Nacht, Panama (2-2-3), Dauernachtschicht und Dauertagschicht. DuPont, Continental und Southern Swing legst du als eigenen Zyklus mit 1 bis 28 Tagen aus deinen eigenen Schichtarten an. Du setzt den Starttag einmal, und die App füllt die nächsten 8 Wochen deines Dienstplans und ergänzt sie laufend. Du kannst Schichten auch von Hand eintragen oder aus deinem Dienstkalender importieren (kostenlos 1 Kalender für die nächsten 14 Tage; mehrere Kalender mit automatischer Synchronisierung in Premium). Dann misst AfterShift jedes Fenster vom Ende einer Schicht bis zum Beginn der nächsten statt von Mitternacht bis Mitternacht.

In diesem Fenster zeigen sich die Wechsel von oben. Der Tab „Heute“ plant das Schlaffenster vor deiner nächsten Schicht, mit einem optionalen oder empfohlenen Nickerchen, und der Erholungsverlauf zeigt letzte Schicht, Schlaf, Nickerchen und nächste Schicht auf einer Linie. Der Schlafdefizit-Trend zeichnet dein Defizit Zyklus für Zyklus auf und kennzeichnet es mit „Defizit steigt“, „Stabil“ oder „Erholung“. So siehst du, nach welchen Abschnitten einer Rotation du am weitesten im Rückstand warst. Mit Premium sagt dir der Erholungszustand, wie erholt du für die nächste Schicht bist, und die Seite zur Methodik (auf Englisch) erklärt, wie die Werte berechnet werden.

Deinen Dienstplan ändern kann die App nicht. Aber sie hält fest, welche Wechsel dich am meisten Schlaf gekostet haben, und das ist ein brauchbarer Beleg, wenn du einmal um einen Tausch bittest. Warum AfterShift überhaupt von Schicht zu Schicht misst, erklärt der Artikel über die Entstehung der App (auf Englisch). Weitere Hilfen rund um Schichtarbeit stehen auf der Seite für Schichtarbeitende.

Fragen

Häufig gefragt

Was ist das DuPont-Schichtmodell?
DuPont ist ein 12-Stunden-Schichtplan für vier Schichtgruppen mit einem 28-Tage-Zyklus: 4 Nachtschichten, 3 Tage frei, 3 Tagschichten, 1 Tag frei, 3 Nachtschichten, 3 Tage frei, 4 Tagschichten, dann 7 Tage frei. Jede Gruppe arbeitet 14 Schichten pro Zyklus, im Schnitt 42 Stunden pro Woche. Beginnt der Zyklus an einem Montag, kommen die vier Wochen auf 48, 72, 48 und 0 Stunden.
Was ist ein 2-2-3- oder Pitman-Schichtplan?
Ein 2-2-3-Plan, auch Pitman und oft Panama genannt, ist ein 12-Stunden-Schichtplan mit einem 14-Tage-Zyklus: 2 Tage Dienst, 2 frei, 3 Dienst, 2 frei, 2 Dienst, 3 frei. Er kommt im Schnitt auf 42 Stunden pro Woche und lässt jedes zweite Wochenende als langes Wochenende mit drei freien Tagen frei. Die Gruppen bleiben entweder fest in Tag- oder fest in Nachtschicht oder wechseln alle zwei oder vier Wochen zwischen Tag und Nacht. Manche Arbeitgeber nennen nur die Variante Panama, bei der die Gruppen zwischen Tag und Nacht wechseln.
Ist vorwärts oder rückwärts rotierende Schichtarbeit besser für den Schlaf?
Vorwärtsrotation, also Früh, Spät, Nacht, ist in der Regel leichter. Der Schulungskurs des NIOSH für Pflegekräfte sagt, an vorwärts rotierende Wechsel gewöhnt man sich leichter als an rückwärts rotierende, und die deutsche BAuA empfiehlt, immer vorwärts zu rotieren. In einer Studie von 2016 mit 4750 Beschäftigten der Elektronikindustrie hing Rückwärtsrotation nach Bereinigung mit einer 1,95-fachen Chance für schlechte Schlafqualität zusammen, und eine Übersichtsarbeit von 2010 fand, dass der Umstieg von langsam rückwärts auf schnell vorwärts rotierende Schichten die Wachheit und zum Teil auch den Schlaf verbesserte.
Was ist ein kurzer Wechsel in der Schichtarbeit?
Ein kurzer Wechsel, im Englischen Quick Return, ist ein Schichtwechsel mit 11 Stunden oder weniger zwischen dem Ende einer Schicht und dem Beginn der nächsten, zum Beispiel eine Spätschicht bis 23:30 Uhr und danach eine Tagschicht ab 7 Uhr. Eine systematische Übersichtsarbeit von 2016 über 22 Studien fand Hinweise, dass kurze Wechsel Schlaf, Schläfrigkeit und Erschöpfung verschlechtern. Elf Stunden sind auch die tägliche Mindestruhezeit der EU-Arbeitszeitrichtlinie, die Ausnahmen beim Schichtwechsel zulässt. In Deutschland schreibt § 5 des Arbeitszeitgesetzes mindestens elf Stunden ununterbrochene Ruhezeit vor.
Welches Schichtmodell ist am härtesten für den Schlaf?
Kein einzelner Schichtplan ist für alle am schlechtesten, und laut NIOSH können Forschende kein bestes Modell empfehlen. Mit schlechterem Schlaf bringt die Forschung diese Merkmale in Verbindung: Rückwärtssprünge von späten auf frühe Schichten, kurze Wechsel mit 11 Stunden oder weniger, wöchentliche Rotation, lange Reihen aufeinanderfolgender Nachtschichten, Schichtbeginn um 6 Uhr oder früher und lange Nachtschichten. Southern Swing etwa rotiert vorwärts, aber wöchentlich und mit sieben Nächten am Stück; bei DuPont ist die engste Stelle drei Tagschichten, ein freier Tag, dann drei Nächte.

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